Am Sonntag standen mit Katharina Titze beim Nachwuchscup des NRWTV in Saerbeck und Timo Born beim Langdistanzrennen der Challenge Roth wieder zwei Triathleten an den Startlinien.

Bei Katharina ging es nach einer Verletzungspause mit Krankheit erstmal darum, im Wettkampfgeschehen wieder Fuß zu fassen. Da kam ihr das als Swim&Run ausgetragene Nachwuchscup-Rennen in Saerbeck ganz recht. Nach kurzer Anreise bis hinter Münster ging es dann sehr schnell. Laufschuhe und Startnummer in die Wechselzone bringen, aufwärmen und einschwimmen und den Transponder kontrollieren. Dann ging es auch schon mit dem Start zum 700m Schwimmen an der Wasserlinie am Saerbecker Waldsee los.
Zur Überraschung aller fing es kurz vor dem Start an zu regnen, das störte die jungen Triathletinnen aber überhaupt nicht. Der Schwimmstart war nicht so optimal da es bei der engen Startaufstellung immer wieder zu Rempeleien und anderen Störungen kam. Katharina nahm daher etwas mehr Schwimmstrecke in Kauf, hielt sich dadurch aber clever aus dem Gewühl heraus. So konnte sie nach 11:14 Minuten auf Platz 9 ihrer Altersklasse Richtung Wechselzone laufen. Nach dem Anziehen der Schuhe unnd dem anlegen der Startnummer lagen jetzt noch 4,7 km Laufstrecke zwischen ihr und dem Ziel. Gleich nach Verlassen der Wechselzone wartete schon eine kurze, aber knackige Steigung auf die Triathletinnen, die diese zweimal bewältigen mussten. In der ersten Runde klappte das prima, aber zu Beginn der 2. Runde musste Katharina hier das Tempo reduzieren und verlor leider noch zwei Plätze auf der Laufstrecke. 

So erreichte sie nach 38:14 Minuten das Ziel auf Platz 11 ihrer Altersklasse.
Ein gelungener wiedereinstieg in den Nachwuchscup nach überstandener Krankheit.

Einer ganz anderen Herausforderung stellte sich der Hullerner Triathlet Timo Born am Sonntag.
Er hatte einen Startplatz für das Langdistanzrennen bei der Challenge Roth „ergattert“ und sich in den letzten Monaten intensiv und sehr zielgerichtet auf diese „Prüfung“ vorbereitet.

Am Samstag stand für ihn im fränkischen Roth auf der Schwimmstrecke im Main-Donau-Kanal das Schwimmtraining auf dem Programm. Wie viele andere Athleten auch, absolvierte Timo dieses noch mit dem Neoprenanzug und fühlte sich gut dabei. Bei den heißen Temperaturen hatte sich das Wasser im Kanal aber schon stark erwärmt, sodass ein Verbot für Neoprenanzüge im Raum stand.
Jetzt galt es erstmal die Wechselzone einzurichten und den berüchtigten „Fehlerteufel“ und die „Defekthexe“ zu eliminieren. Schnell waren die Abläufe in der Wechselzone verinnerlicht und Timo konnte beruhigt in die Nacht gehen.
Nach einer ruhigen Nacht ging es dann am Sonntagmorgen zur Schwimmstrecke. Timo war an seinem großen Tag nicht allein, er hatte überraschenden Support von Familie und Freunden, die ebenfalls angereist waren, um ihn zu unterstützen. Im Startbereich dann der erste Rückschlag für Timo: 
Das Wasser war zu warm, also N E O V E R B O T!! Eine echte Hiobsbotschaft für ihn, ist er doch nicht als der beste Schwimmer bekannt. Noch eine kurze Aufmunterung von seiner Freundin Luisa und dann ging es pünktlich los für Timo. 3,8 km Schwimmen im Main-Donau-Kanal, da bleibt viel Zeit zum Nachdenken und für schlechte Ideen und Selbstzweifel. Zwischenzeitlich kam er durch sich anbahnende Wadenkrämpfe aus dem Schwimmrhythmus und musste einige Schlucke Kanalwasser zu sich nehmen, konnte sich dann aber wieder zusammenreißen und beendete das Schwimmen nach einer Ewigkeit von1:31:42 Stunden.

Jetzt hieß es ab in die Wechselzone und dann mit dem Rad raus auf die 180 km Radstrecke.
Nach 4:53 Minuten in der Wechselzone hatte er die Aufstiegslinie erreicht und nun gings los.
Timo konnte direkt ein hohes Tempo anschlagen und spulte Kilometer um Kilometer auf der durchaus anspruchsvollen, weil hügeligen Radstrecke ab. 
Überall standen Zuschauer (insgesamt ca 300.000), die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anfeuerten und ihnen gut zusprachen. Timos Support hatte sich ebenfalls über die Strecke verteilt und pushten ihn immer wieder. Am berühmten Solarer Berg ließ Timo seinen Emotionen freien Lauf, da die Menschenmenge so dicht bei ihm war, dass er deren Energie spüren konnte. Das half ihm auch die restlichen Kilometertrotz einiger heftiger Windböen gut zu absolvieren. So erreichte er die Abstiegslinie nach 5:09:27 Stunden mit einem Schnitt von fast 30 km/h. Hier wurde ihm von einem Helfer gleich sein Rad abgenommen, damit er sich voll auf den Wechsel zum Laufen konzentrieren konnte. Also schnell wieder ab zum Wechselplatz, den Helm absetzen, frische Socken und die Laufschuhe anziehen und nach 2:31 Minuten am Wechselplatz befand sich Timo schon auf der Laufstrecke. Was nun passierte, dass konnten die vielen Freunde, die die Trackingseite von Timo verfolgten, kaum glauben. Er legte los wie eine Rakete und hämmerte ein extrem hohes Tempo auf den Belag der Laufstrecke. An den Versorgungsständen verpflegte er sich entsprechend damit er, als bekannt guter Läufer, dieses Tempo auch halten konnte. Viele dachten, dass er es am Anfang der Laufstrecke vielleicht mit seinem Tempo übertrieben hätte, doch nach dem Passieren der Halbmarathonmarke war klar, dass er sich in einen Flow gelaufen hatte und kaum noch zu stoppen war. Bei Kilometer 30 setzte dann plötzlich Regen ein und kühlte Timo zusätzlich. Das erinnerte ihn daran, sich Eiswürfel zur Kühlung unter seine Laufmütze und in seinen Triathlonanzug zu stecken, um nicht zu überhitzen. Da auch der sprichwörtliche „Mann mit dem Hammer“ scheinbar daheim geblieben war, rannte Timo nach 3:04:11 Stunden unter dem neuen Zielbogen der Challenge Roth hindurch und ließ sich von den anwesenden Zuschauern und seinen „Supportern“ ausgelassen feiern.

Unter den 3000 Teilnehmern erreichte er mit seiner Gesamtzeit von 9:52:41 Stunden den Gesamtplatz 410 und in seiner Altersklasse Platz 109.
Bei seinem Langstreckendebut gleich unter 10 Stunden zu finishen, das schafft auch nicht jeder auf Anhieb. Nach den Strapazen wurde noch im kleinen Kreis etwas gefeiert, bevor es dann schon wieder heimwärts ging. 
Was jedoch deutlich bemerkenswerter war, ist seine neue persönliche Bestzeit auf der Marathondistanz, die er mit der Vorbelastung von 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren realisieren konnte.

Die LA/TRIA-Abteilung sagt herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung und Hut ab, Timo!

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