LASSE; YOU ARE AN IRONMAN!
So wurde Lasse Demes vom SV Hullern 68 am letzten Sonntag im Ziel des Ironman Hamburg begrüßt und beglückwünscht. Diesen Glückwünschen schließen sich die Hullerner Triathleten gerne an.
Was davor geschah, hier nun aus der Sicht des Triathleten:
**Startschuss: 6:52 Uhr**
Der Tag begann früh am Morgen mit dem Schwimmstart um 6:52 Uhr. Die erste Hälfte des Schwimmens lief eigentlich genau nach Plan und fühlte sich gut an. In der zweiten Hälfte wurde es in der Alster allerdings deutlich welliger. Durch die vielen Rettungsboote, die unterwegs waren, entstand einiges an Bewegung im Wasser, was das Schwimmen etwas anspruchsvoller machte.
Trotzdem kam ich nach 1:21 Stunden aus dem Wasser. Etwa 11 Minuten langsamer als geplant, aber noch absolut im Rennen. Direkt nach dem Schwimmausstieg nahm ich mein erstes Gel zu mir.
Die Wechselzone in Hamburg ist relativ lang, sodass sich diese Zeit perfekt nutzen ließ.
In der T1 hieß es dann erstmal: schnell abtrocknen. Es war noch ziemlich kalt, daher wollte ich keine Zeit verlieren. Neoprenanzug aus, Helm auf und ab zum Rad.
Leider begann die Radstrecke mit einem echten Rückschlag. Bereits bei ungefähr Kilometer 7 verlor ich den Inhalt meiner wichtigsten Gelflasche. Das Nachfüllventil hatte sich verabschiedet – etwas, das im Training niemals passiert war. Damit war mein kompletter Nutrition-Plan praktisch hinfällig und ich musste spontan umstellen.
Von diesem Zeitpunkt an bestand die Strategie darin, an jeder Aid Station alles mitzunehmen, was ich während der Fahrt greifen konnte. Zusätzlich war ich selbst und das komplette Fahrrad mit Gel überzogen. Deshalb musste ich mir an jeder Verpflegungsstation auch noch eine Wasserflasche schnappen, um mich und das Rad einmal komplett abzuspülen. Das Ganze war ziemlich chaotisch, aber irgendwie funktionierte es.
Die Radstrecke selbst war einfach großartig. Sehr schön zu fahren, überwiegend flach und nur mit einigen kurzen Anstiegen in Hamburg, die sich mit etwas Druck auf den Pedalen problemlos bewältigen ließen. Auf dem Weg Richtung Kirchwerder und besonders rund um die Wendestrecke sah ich leider viele Athleten mit platten Reifen – teilweise Gruppen von bis zu zehn Fahrern. Das war wirklich hart mit anzusehen und hat einem das Herz gebrochen.
Trotz aller Herausforderungen stieg ich nach 4:43 Stunden und mit einem Schnitt von 37,6 km/h vom Rad und brachte das Rad zum Radständer in der Wechselzone T2. Hier schnell die Laufschuhe angezogen und dann ging es auf die Laufstrecke.
Der Marathon begann sehr gut. Da ich durch die Probleme auf dem Rad bei meiner Kohlenhydratzufuhr etwas im Rückstand war, achtete ich darauf, mich an jeder Aid Station konsequent zu verpflegen. Das funktionierte hervorragend und ich konnte meinen Rhythmus finden.
Bis Kilometer 28 lief alles nach Plan. Dort versuchte ich für etwa zwei Kilometer das Tempo etwas zu erhöhen. Das rächte sich allerdings direkt: Meine Waden machten zu und zwangen mich dazu, wieder etwas Tempo herauszunehmen. Selbst die überragende Stimmung an der Strecke, die wirklich absolut unglaublich war, konnte dieses Problem nicht mehr komplett wegzaubern.
Also hieß es: Kopf ausschalten, weiterarbeiten und den Marathon kontrolliert nach Hause bringen.
Nach 3:56 Stunden war schließlich auch der Marathon geschafft.
In einer Gesamtzeit von 10:14:34 Stunden erreichte ich das Ziel!
Das bedeutete Platz 78 in der Altersklasse M30-34 und den Gesamtrang 386 in einem Langdistanztriathlon mit ca. 3000 Teilnehmern.
Ironman Hamburg 2026 – gefinisht.
Was von diesem Tag vor allem bleibt, ist die unglaubliche Atmosphäre. Trotz der Schwierigkeiten auf dem Rad hatte ich über den gesamten Tag hinweg riesigen Spaß. Die Unterstützung entlang der Strecke war einfach sensationell.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die angefeuert, im Tracker mitgefiebert, Nachrichten geschrieben oder einfach die Daumen gedrückt haben. Ebenso ein großer Dank an die Volunteers – ohne euch wären solche Veranstaltungen schlicht nicht möglich.
Hamburg, das war ein besonderer Tag. 🏊🚴🏃








